Was ist ein hydraulischer Abgleich?
Der hydraulische Abgleich ist ein Verfahren zur Heizungsoptimierung, bei dem das Heizsystem so eingestellt wird, dass die Heizungspumpe das warme Heizungswasser gleichmäßig in alle Räume verteilt und abgekühltes Heizwasser wieder effizient zurückläuft. Dabei wird darauf geachtet, dass alle Komponenten der Heizungsanlage optimal aufeinander abgestimmt sind.
Wie wird der hydraulische Abgleich durchgeführt?
Ein Fachunternehmen führt einen Vor-Ort-Termin durch und nimmt alle relevanten Daten des Gebäudes auf. Es ist hilfreich, wenn Bauunterlagen zur Verfügung stehen, die das Unternehmen zur besseren Datenerfassung verwenden kann.
Es wird eine Heizlastberechnung erstellt, um den benötigten Wärmebedarf in jedem Raum zu ermitteln. Anhand des vorhandenen Heizsystems werden die erforderlichen Wasservolumenströme und Pumpenleistungen berechnet. Über die Thermostatventile (bei Heizkörpern) oder Durchflussmengenbegrenzer (bei einer Fußbodenheizung) wird der jeweilige Bedarf präzise eingestellt.
Das Ergebnis eines erfolgreichen hydraulischen Abgleichs ist, dass jeder Heizkörper bzw. Heizkreis genau die Menge an Wärme erhält, die erforderlich ist, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen. Dies führt zu einem effizienten Heizbetrieb und niedrigeren Energiekosten.
Ist ein hydraulischer Abgleich verpflichtend?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) regelt die Prüfung und Optimierung von älteren Heizungsanlagen, und der hydraulische Abgleich ist Teil dieser Optimierung.
Gemäß §60b GEG gelten folgende Fristen:
Heizungsanlagen, die nach dem 30.9.2009 eingebaut oder aufgestellt wurden (ausgenommen Wärmepumpen) und in einem Gebäude mit mindestens sechs Wohneinheiten betrieben werden, müssen innerhalb von 15 Jahren einer Heizungsprüfung und -optimierung unterzogen werden.
Heizungsanlagen, die vor dem 1.10.2009 eingebaut wurden und in einem Gebäude mit mindestens sechs Wohneinheiten betrieben werden, müssen bis zum 30.9.2027 geprüft und optimiert werden.
Ab dem 01.10.2024 ist laut §60c GEG der hydraulische Abgleich für alle neu installierten Heizungsanlagen verpflichtend.
Dauer und Kosten eines hydraulischen Abgleichs
Die Erfassung der Gebäudedaten dauert in der Regel etwa 1,5 Stunden. Die Berechnung der Heizlast sowie der Volumen- und Pumpenleistung nimmt je nach Gebäudegröße vier bis fünf Stunden in Anspruch. Die Einstellung des Heizsystems dauert pro Heizkörper oder Heizkreis etwa fünf Minuten.
Die Kosten hängen stark vom Zustand des Gebäudes und der Ausstattung der Heizkörper ab. Oft müssen alte Thermostatventile durch einstellbare Ventile ersetzt werden. Auch muss eine Hocheffizienzpumpe vorhanden sein, um den hydraulischen Abgleich optimal durchzuführen.
Der Staat fördert den hydraulischen Abgleich mit bis zu 50%. Dadurch kann der Energieverbrauch um bis zu 15% gesenkt werden, was zu deutlich reduzierten Energiekosten und einem wichtigen Beitrag zum Klimaschutz führt.
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Der hydraulische Abgleich ist eine einfache und wirkungsvolle Methode, um Energiekosten zu senken und den Heizkomfort zu erhöhen. Das Gebäude wird gleichmäßiger, schneller und effizienter beheizt, was sich deutlich in niedrigeren Heizkosten widerspiegelt.
Bei neu installierten Heizungsanlagen, einschließlich Wärmepumpen, ist der hydraulische Abgleich verpflichtend und wird standardmäßig im Rahmen der Installation durchgeführt. Diese Maßnahme ist somit bereits bei der Installation inbegriffen, was zur optimalen Effizienz der neuen Heizanlage beiträgt und langfristig Energiekosten spart.
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